Kultur

Die archäologische Spur der Kapelle St. Blasius zu Boniswil

Der Historischen Vereinigung Seetal ist es auch dieses Jahr gelungen, eine spannende und informative Broschüre zu vier unterschiedlichen Themen aus dem Seetal herauszugeben.

Im Hauptartikel behandelt Daniel Humbel ein interessantes und für die meisten unbekanntes Kapitel der Boniswiler Geschichte. Im Sommer 2009 traten bei der Verlegung der Seetalbahn in Boniswil Reste der ehemaligen Dorfkapelle zum Vorschein. Die Kantonsarchäologie Aargau hat die Fundstelle untersucht. Überraschend sind Alter und Grösse der Kapelle St. Blasius und der dabei nachgewiesene Friedhof. Wie bedeutend die archäologische Bodenforschung für die Geschichte einer Ortschaft sein kann, wird im Aufsatz «Boniswil – vom Herrenhof zum Dorf» gezeigt. Bekannte Quellen konnten kritisch hinterfragt werden und erhalten teilweise ein anderes Gewicht. Es wurde dadurch möglich, Licht in die frühe Geschichte des Dorfes zu bringen.

Von «Häusern und Menschen am ehemaligen Brunnenweg im Ausserdorf von Seengen» berichtet Yvonne Fischer. Seit längerer Zeit standen die beschriebenen Häuser leer und mussten einer grösseren Überbauung weichen. Früher waren sie von Menschen und Familien bewohnt, die alle ihre eigene Geschichte hatten und deren Schicksale und Sorgen die Leute im Ausserdorf mitprägten. In diesem Sinne ermöglicht der Bericht einen lebendigen und spannenden Einblick.

Aus dem beinahe unerschöpflichen Fundus von Dr. med. vet. Cornelius Müller, Hitzkirch, stammt ein weiterer Aufsatz. «Das Schulwesen während der Helvetik 1798–1803 im Kanton Baden und in der Gemeinde Hämikon» ist eine Darstellung über die Grenzen der heutigen Kantone Aargau und Luzern hinweg. Er zeigt, dass Schulbildung keineswegs selbstverständlich war und die B-emühungen von damals das Bildungswesen bis in unsere Zeit prägten.

Mit der Gutsverwaltung von Schloss Hallwyl während der Zeit von Walter und Wilhelmine von Hallwyl, Stockholm, befasst sich Markus Remund. Aufgrund von Originaldokumenten seines Urgrossvaters Max Erismann entstand ein sehr persönlicher Aufsatz. «Das Schlossgut Hallwil und die damalige Zeit im Lichte von Briefwechseln der Familie Erismann im Brestenberg mit den jeweiligen -Schlossbesitzern des Stammes von Hallwyl» befasst sich mit einem bisher eher weniger beachteten Teil der Hallwylgeschichte.

Die 112-seitige Broschüre kann für Fr. 23.–, inkl. Porto und Verpackung, bei Alice Gehrig, Krummatt 2, 5707 Seengen oder unter alice.gehrig@hvseetal.ch bezogen werden.

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